learning-about-the-heart_t20_GGEoAe

Stellungnahme des schulpolitischen Arbeitskreises der GAH-Fraktion zur aktuellen Situation der Schulen in Hemer

 

Auch wenn offensichtlich bei einigen Mitbürger*innen der Eindruck entstanden sein mag, die Hemeraner Politik würde sich nicht zur Corona-Problematik äußern (siehe Leserbrief von letzter Woche) so heißt das aber nicht, dass die Politik sich nicht mit den Problemen auseinandersetzt und an möglichen Lösungen arbeitet.

 Mit der nunmehr anlaufenden schrittweisen Öffnung von Schulen hat sich der schulpolitische Arbeitskreis der GAH (Grüne Alternative Hemer) in den letzten Wochen intensiv auseinandergesetzt.

 Die einhellige Meinung ist, dass die Öffnung zu überstürzt erfolgt ist, ohne konkretisierte Planungen u. A. zur Einhaltung von Hygienemaßnahmen sowie zur Unterstützung der Schulen bei Detailfragen (Abschlussklassen der Stufe 10/ Abiturjahrgänge/etc.) bzw. zu früh erfolgen soll (vierte Schuljahre).

 Wenn die Schulministerin, die bekanntermaßen Schule nicht von innen kennt, Schüler*innen nur noch als „Prüflinge“ sieht und man nicht mehr wahr nimmt, was alles in den Kindern und jungen Menschen auf dem Weg zum Erwachsenwerden, besonders in dieser kritischen Situation, vor sich geht, wie hoch die persönliche Belastung ist, die Angst vor Selbst- und Infizierung anderer, traumatische Erfahrungen durch Erkrankung oder sogar Tod im persönlichen Umfeld, Existenzängste in der Familie, zusätzlich zur üblichen Prüfungsangst, dann ist das schlichtweg ignorant .

Auf den Prüfstand müssen hier nicht die Schüler*innen, sondern die verantwortlichen Entscheider.

  • Warum das alles?
  • Warum sind Prüfungen im Moment so wichtig?
  • Wer glaubt den bitte an eine Vergleichbarkeit von Prüfungen unter den momentanen Bedingungen?
  • Warum lässt man den Abiturient*innen keine Wahl?
  • Warum soll der Übergang an die weiterführenden Schulen noch auf die Schnelle vorbereitet werden, wenn wir doch mit Sicherheit auch zum neuen Schuljahr noch nicht mit einem „geordneten Schulbetrieb“ rechnen können?

Dann könnte man sich doch ruhig etwas Zeit lassen und über andere Möglichkeiten des Kontakts von Lehrern und Schülern nachdenken.

Das Land NRW hat doch auch in den Sechziger-Jahren zwei Kurzschuljahre unbeschadet überstanden. Ganz davon abgesehen, dass in Hessen diese Verfügung schon per Verwaltungsgerichts-beschluss zurückgenommen wurde.

Uns ist durchaus bewusst, dass viele schulische Grundsatz-Entscheidungen nicht vor Ort getroffen werden, aber die Umsetzung von Vorgaben kann nur erfolgen, wenn die lokalen Voraussetzungen und Bedingungen stimmen.

Dafür sind dann eben die Schulträger zuständig. Unsere Kinder und Enkel sind keine Versuchskaninchen. Sie und ihre Familien dürfen nicht auch nur der geringsten Gefahr ausgesetzt werden.

Das gilt natürlich genauso für alle anderen in Schule Tätigen.

In diesem Zusammenhang hat die GAH vor einer Woche bereits eine Anfrage bezüglich der Möglichkeit zur Einhaltung aller Vorgaben an den Bürgermeister, stellvertretend für die Stadt als Schulträger, gestellt, deren Beantwortung uns nicht zufrieden gestellt hat.

Deshalb hat der Arbeitskreis einen detaillierten Fragenkatalog bezogen auf die spezifische Hemeraner Situation aufgestellt und wird diesen erneut einreichen. Er beinhaltet Fragen zur Einhaltung von Hygienevorschriften, zu Abstandsregelungen, Schulbuskonzept, Maskenpflicht, räumlichen Voraussetzungen, etc. an allen für den Schulbetrieb vorgesehenen Hemeraner Schulen.

Sollte sich herausstellen, dass in einzelnen Bereichen, warum auch immer, Risiken nicht ausgeschlossen werden können, müssen Schulträger und Politik sofort die Notbremse ziehen.

Hoffentlich noch rechtzeitig.

Antje Bötcher von Larcher
Lisa-Marie Hofsäss-Bornfelder
Elke Huth
Ulla Hüttemeister-Hülsebusch
Maria Schlager-Fritsch

Datenschutzeinstellungen
Wenn Sie unsere Website besuchen, kann sie Informationen über Ihren Browser aus bestimmten Diensten speichern, in der Regel in Form von Cookies. Hier können Sie Ihre Datenschutzeinstellungen ändern. Bitte beachten Sie, dass das Blockieren einiger Arten von Cookies Ihre Erfahrungen auf unserer Website und den von uns angebotenen Diensten beeinträchtigen kann.